Zsolt-Georg Böhm: Mein Wunder von Bern

Zsolt-Georg Böhm beschreibt in seiner Autobiografie sehr anschaulich seinen persönlichen Weg vom siebenjährigen Tischtennis-Anfänger zum Profi mit all seinen Schwierigkeiten für einen Menschen, der als Kind ungarisch spricht, in Rumänien in den 1960er und 70er Jahren unter Nicolae Ceausescu aufwächst und irgendwann als Jugendlicher für sich feststellt, dass er aus seiner Heimat fliehen muss, um ein freier Mensch werden zu können.

Auf den insgesamt 119 Seiten taucht der ehemalige sehr erfolgreiche deutsche Nationalspieler (102 Länderspiel-Einsätze) teilweise sehr intim in sein Privatleben ein und beleuchtet gleichzeitig den politischen Zeitgeist seiner näheren Umgebung und des eisernen Vorhangs in Europa aber auch seine besonders intensive Trainingseinstellung. Mit insgesamt 14 nationalen Titeln im Einzel, im Doppel und in der Mannschaft und sechs Bundesranglistensiegen vorwiegend in den 1980er Jahren gehört der heute 51-Jährige zu Deutschlands herausragenden Spielern.

Böhms "Wunder von Bern"

Für mich, der im gleichen Jahrgang 1962 geboren ist, entschlüsselt Böhm einige Rätsel, die sich um ihn rankten. Ich kenne ihn, seitdem er ab 1980 beim TTC Mörfelden und TTC Heusenstamm in Hessen spielte. Für die, die ihn zu seiner Glanzzeit als Tischtennisspieler erleben durften, öffnet sich durch dieses Buch wahrscheinlich eine neue Tür. Der nach außen eher verschlossen wirkende gebürtige Rumäne öffnet sein Herz und gibt umfassende Einblicke in sein Familien- und Tischtennis-Leben.

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